Finanzpfad

Entwicklungen am deutschen Immobilienmarkt

Mit der aktuellen Haushaltssperre des Bundes stehen die Zeichen auf Veränderung für den deutschen Immobilienmarkt. Diese Entwicklungen werfen nicht nur Fragen zur finanziellen Stabilität auf, sondern könnten auch erhebliche Auswirkungen auf Förderungen und geplante Kaufvorhaben haben. In diesem Blogbeitrag betrachten wir, wie die Haushaltssperre den Immobilienmarkt beeinflussen könnte und welche Implikationen sich für zukünftige Käufer und Förderprogramme ergeben. Tauchen Sie mit uns ein in die aktuellen Entwicklungen und erfahren Sie, welche Auswirkungen auf dem deutschen Immobilienmarkt in Aussicht stehen.

1. Die Haushaltssperre

Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) bezüglich des Nachtragshaushalts 2021 und der Schuldenbremse hat das Finanzministerium eine Haushaltssperre für sämtliche Ministerien erlassen. Das Urteil aus Karlsruhe stellt schuldenfinanzierte Ausgaben von über 100 Milliarden Euro als potenziell verfassungswidrig in den Raum. Dies betrifft unter anderem den Klima- und Transformationsfonds (KTF), der Mittel für das BEG enthält, sowie den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), so Zeit Online.

Obwohl Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) versichert, alle zugesagten Verpflichtungen einzuhalten, gibt es Spekulationen der Tagesschau, dass auch die Mittel für neue Heizungen und energetische Sanierungen gefährdet sind, da sie aus dem KTF stammen, der vom Urteil betroffen ist. Finanzminister Christian Lindner (FDP) kündigte an, einen Nachtragshaushalt für 2023 vorzulegen, wie BR24 berichtet. Die Auswirkungen zeigen sich bereits: Die KfW hat einen vorübergehenden Stopp für Anträge und Zusagen im Rahmen des Programms „Altersgerecht Umbauen (455)“ verhängt, so das Handelsblatt. Ab sofort können keine neuen Anträge gestellt und bereits eingereichte Anträge nicht mehr zugesagt werden, gibt die KfW bekannt.

2. Blasenindex

Der Neubausektor verzeichnet einen Rückgang, während die Mietpreise ansteigen. Diese Entwicklung reduziert aktuell die potenzielle Gefahr von Immobilienblasen, wie der empirica-Blasenindex im dritten Quartal 2023 nahelegt. Das Beratungsunternehmen FPRE prognostiziert, dass die Preise für Wohnimmobilien bis zum Herbst 2024 weiter sinken werden. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Mieten weiter steigen, so AssCompact. Angesichts dieses Anstiegs bietet es sich an, in der Beratung die langfristigen Vorteile des Eigenheimbesitzes im Vergleich zur Miete hervorzuheben. Sowohl potenzielle Hausbesitzer als auch Vermieter profitieren davon, wodurch die Kapitalanlage wieder attraktiver wird. Sie erwerben zu den Konditionen von gestern bei den Mieten von morgen.

3. Verhandlung

Verhandlungsgeschick beim Immobilienkauf zahlt sich aus. Laut einer Umfrage von Poll Immobilien sind mehr als 30 % der Verkäufer offen dafür, den Preis um bis zu 10 % zu reduzieren. Ein weiteres Viertel zeigt sich sogar flexibel und wäre bereit, einen Abschlag von bis zu 15 % zu gewähren. Erstaunliche 19 % der Verkäuferinnen und Verkäufer ziehen sogar in Betracht, einen Nachlass von bis zu 20 % zu geben. Diese Ergebnisse bieten Kaufinteressenten die Gelegenheit, selbstbewusst in Preisverhandlungen zu treten. Ein überzeugender Nachweis der eigenen Liquidität und Finanzierungskraft kann dabei den Verhandlungsspielraum weiter stärken.

4. Aus gutem Grund…

hegt die Chefvolkswirtin der KfW, Fritzi Köhler-Geib, positive Erwartungen mit Blick auf das kommende Jahr. Laut Handelsblatt geht sie davon aus, dass angesichts der schrittweisen Rückgänge der Inflationsraten im Jahr 2024 die Europäische Zentralbank (EZB) mit graduellen Zinssenkungen beginnen wird. In diesem Zusammenhang sehen wir potenzielle Schwankungen und Zinsänderungen, die von gut vorbereiteten Käuferinnen und Käufern genutzt werden können. Ermutigen Sie Ihre Kundinnen und Kunden dazu, ihre Unterlagen rechtzeitig zusammenzustellen, um von diesen Entwicklungen zu profitieren.

 

5. Fazit

Sanierungs- und Bauvorhaben in der Planung sollten zügig durch den Energieberater validiert werden, um die Bestätigung zum Antrag (BzA) rasch an die finanzierende Bank weiterleiten zu können.

Trotz der unklaren Fördersituation für 2024 gibt es positive Signale. Der Blasenindex zeigt eine erfreuliche Entwicklung, was für Kapitalanleger eine faszinierende Kombination aus sinkenden Preisen und prognostizierten steigenden Mieten bedeutet. Bei gut kalkulierten Objekten in der aktuellen Zinssituation eröffnet dies die Aussicht auf erhöhte Rentabilität in der Zukunft, insbesondere wenn ein niedrigeres Zinsniveau prognostiziert wird.

Für Käufer von Privateigentum ergibt sich aus der unklaren Fördersituation eine günstige Verhandlungsposition, sofern die Substanz des Hauses nicht unmittelbar von einer Sanierung abhängig ist. Die Kaufpreise nähern sich der aktuellen Zinsrealität an und bieten einer breiteren Masse die Möglichkeit, den Traum vom Eigenheim zu realisieren.

Entgegen der Unsicherheiten durch die Haushaltssperre gibt es positive Entwicklungen für Kapitalanleger, Investoren und potenzielle Eigenheim-Käufer. Die Inflation in Deutschland bewegt sich weiterhin in Richtung der 2%-Marke, während sich die Renditeentwicklung der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen seit Oktober in einem Abwärtstrend befindet. Dies, zusammen mit einer negativen Entwicklung des 10-Jahres-CMS-Swap-Satzes, lässt Analysten hoffen, dass die Zinsspitze erreicht ist und weitere Zinserhöhungen seitens der EZB nicht notwendig sind.

Ergreifen Sie die Gelegenheit und kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Zinsindikation für Ihr kommendes Kauf- oder Bauvorhaben. Wir stehen Ihnen auch gerne bei allen Finanzierungsthemen in Verbindung mit einer Sanierung unterstützend zur Seite.